Focus Stacking

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In der Makrofotografie hat man es häufig mit geringer Schärfentiefe zu tun. Je höher der Abbildungsmaßstab um so geringer die Schärfentiefe. Bei nicht ganz so extremen Makros kann man entsprechend abblenden. Wird der ABM größer, reicht das Abblenden nicht mehr aus. Die Lösung, wenn man bei großen ABM eine große Schärfentiefe möchte, heißt Focusstacking.

Focusstacking ist eine Technik, in der mehrere Bilder übereinander gestapelt werden, wo bei die Fokusebene mit jedem weiteren Bild ein wenig versetzt wird. Es sind zwei Verfahren möglich, einmal das nach und nach weiter drehen am Fokusring des Objektives. Was bei kleinen ABM ganz gut funktioniert, je weiter man sich aber in Richtung ABM 1:1 oder mehr bewegt. Ist das schrittweise verschieben der Kamera mit Objektiv, üblicherweise mit einem Makroschlitten, von Vorteil. Der Castel Q ist ein solides Modell, dass für die meisten Makros ausreichend ist. Noch etwas feiner sind die RRS Modelle, allerdings auch im Preis.

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Bei großen Abbildungsmasstäben kommen aber auch die herkömmlichen Makroschlitten an ihre Grenzen. Bei ABMs größer als 5:1 kommt man in Bereiche einer Schärfentiefe die in etwa so dick wie ein Blatt Papier ist. Um Schritte im Mikrometerbereich zu realisieren sind Schlitten aus dem Laborbereich nützlich. Der Klassiker ist der Newport 423. Der kleine hat einen Verstellweg von 25mm der M 443 50mm. Der Schlitten lässt sich mit einem Antrieb inkl. Controller ausstatten, was aber schon auf Grund des Preises für die meisten nicht in Frage kommt. Zudem fehlt die Kamera Ansteuerung.

Bei großen ABM und Stacks von mehreren 100 Fotos, kommt schnell der Wunsch nach einer programmierbaren Lösung auf. Standard ist hier sicher Cognisys Stackshot.  Im High Precesion Modus macht er minimal 0.5µm Schritte. Der Schrittmotor macht je Umdrehung der Spindel 3700 Schritte.

Angesteuert wird er durch einen externen Controller. Der Controller steuert sowohl den Schlitten als auch die Auslösung der Kamera/Blitze. Was schon sehr komfortabel ist, zumal man während der Aufnahmen nichts mehr berühren muss.

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Focus Stacking Software

Um den Bilderstapel zu verrechnen, wird eine spezielle Software benötigt. Besitzer von Photoshop können Photomerge  verwenden.  Das arbeitet meist zufriedenstellend.

Photomerge läd den Bilderstapel. Layout muss auf Auto stehen. Unten alle Haken deaktivieren.

Nachdem Photomerge alle Bilder geladen hat und für jedes Bild eine Ebene angelegte, kann der Stapel verrechnet werden. Dazu markiert alle Ebenen und klickt auf...

 

Menue: Bearbeiten –> Ebenen automatisch überblenden ps-merge.jpg

 

Dabei darauf achten das die Ebenen alle markiert sind! --> Bilder Stapeln --> OK

ps-merge.jpg

 

Photomerge erstellt jetzt die Masken für die Schärfeebenen.

ps-merge.jpg

 

Jetzt kann eine Auswahl zugeschnitten werden und brauch nur noch gespeichert zu werden.

ps-merge.jpg

 

Photoshops Photomerge ist für einfache Stacks mit wenigen Fotos gut und ausreichend. Stößt aber bei komplexen Strukturen wie Insektenhaare und ähnlichen an seine Grenzen. Zudem ist es bei einigen 100 Fotos zu langsam, oder reagiert mit gelegentlichen Abstürzen. Spezielle Stacksoftware ist oft besser geeignet. Die beiden Platzhirsche dürften Zerene Stacker und Helicon Focus sein.

Beide besitzen ein Plugin das es ermöglicht die Stacks direkt aus Lightroom zu exportieren.  Zerene importiert tif Dateien Helicon kann hingegen auch RAWs importieren. Mein persönlicher Favorit ist Zerene. Die Ergebnisse haben noch etwas mehr Details und Schärfe im Vergleich mit Helicon.

Thomas

Mein Name ist Thomas - Fotografie war, neben Surfen, in meinem Leben schon immer Bestandteil. Häufig verbinde ich die Fotografie mit dem Surfsport.

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2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Nils am 21. Februar 2016 um 0:10

    Hallo die Programme sind alle sehr teuer,
    gibt es auch was günstiges?

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